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Urwald

Am Weg „Zum Dicken Stein“, 200 m vor der oben beschriebenen Ruhebank mit dem Findling „Dicker Stein“ liegt ein besonders schönes, sehr altes Waldstück, unser Urwald. Der Urwald zeigt Euch den Wald wie er vor ca. 200 bis 300 Jahren bestand. Damals regierte in Frankreich der Sonnenkönig Ludwig der XIV. und in Österreich die Kaiserin Maria Theresia. Hier in der Üfter Mark stand damals überall, wie hier noch zu sehen, ein Stieleichen/Birkenwald mit mehr oder weniger graden und krummen Baumanteilen, ohne dass der Mensch hier Einfluss genommen hat.

Durch ungeregelten Holzschlag hat der Mensch in den folgenden Jahrzehnten dafür gesorgt, dass dieser Standort debastierte, das heißt, verarmte. In dieser Zeit gab es keine nachhaltige Forstwirtschaft. Die Menschen haben ihre Waldbestände übernutzt, das heißt, das Holz nach Bedarf herausgehauen, die Holzstreu für das Vieh genutzt und das Vieh wurde darüber hinaus in den Wald getrieben, so dass auch eine neue Vegetation nicht entstehen konnte. Dies alles ging ausschließlich zu Lasten des Waldes, mit dem Ergebnis, dass der ehemalige großflächige wunderschöne Eichen-/Birkenbestand bis auf den Rest hier verschwand. 

Es folgte eine lange karge Zeit, nur einigen Pionierbaumarten, wie der Birke war es möglich, sich zu entwickeln und natürlich, wie Ihr vorhin gesehen habt, machte sich die Heide auf großer Fläche in der Üfter Mark breit. Dann kehrte der Wald durch intensive Forstbewirtschaftung wieder zurück. Unser Urwald zeigt Euch also einen autochthonen Wald, wie er hier seinerzeit in der Üfter Mark ohne menschlichen Einfluss überall bestand.

Im Volksmund gehalten hat sich der Begriff Heide, immer noch spricht man häufig, wenn über die Üfter Mark gesprochen wird, von der Heide. Es geriet in Vergessenheit, dass die damalige Heide dass Ergebnis menschlicher Misswirtschaft war.

 

Übersichtskarte "Ameisenpfad"